Das „Regenlager“ 2007- In einem Land, dass seinem Ruf alle Ehre machte!
Anno 2007. Irgendwann im Juli. 12 Rover und einige, jedoch unwichtige Gestalten der Pfadistufe und der Leiterrunde. Ihr Ziel: England.
Wer hätte das gedacht? Während die Lieben Daheim in der Sonne nur so brutzelten wurde aus unserem Sommerlager ein regelrechter Kampf ums Überleben.
Wer nicht schwimmen konnte war gleich verloren.
Nein, nicht aufgrund der ach so zahlreichen Strandtage (geradeeinmal einer), sondern vielmehr ,aufgrund der Tatsache, dass unsere Zelte durch die große Niederschlagsrate drohten zu kleinen Boten zu mutieren und wegzuschwimmen
Bereits die Hinfahrt: Eine Sache für sich! Es ist unvorstellbar wie viel Spaß gewisse prägpubertäre Möchtegern-Männer mit einer Unterhose haben können! Zugegeben, das Design dieser Unterhose, im Volksmund Modell Arsch-frisst-Hose genannt , verstärkte jenen zu beobachtenden Effekt enorm.
Hierzu ein Anekdötchen: Kurz gefasst, angehende Priester finden aus unerklärlichen Gründen einen Tanga in einem von ihnen gebuchten Reisebus und weigern sich in Folge dessen diesen als angemessenes Fortbewegungsmittel zu akzeptieren.
Die Moral von der Geschicht werde nimmer Priester nicht ( denn dies beweist nur die Prüderie all dieser).
Weiterhin verwandelten wir uns im Rahmen eines Fotoshootings der Zeitung Playrover in Stars aus Film und Fernsehen.
Besonders für den Oger eignete sich die sumpfige Kulisse ausgesprochen gut!
Aber nach diesem Lager kann ich getrost fragen: Sind wir nicht alle ein bisschen Oger?
Bei unserem Ausflug in die schöne Stadt Bournemouth trafen wir auf vier Mitglieder einer aufsteigenden Gruppierung im Sektenmilieu, die sich selbst „der Pornoclub“ nannten.
Das Kennzeichen ihrer Gruppenangehörigkeit: ein weißer Bademantel.
Jedenfalls verfolgten uns diese seltsamen Gestalten auch als wir längst wieder auf den Zeltplatz zurückgekehrt waren.
Sie entpupten sich mit der Zeit als große Bedrohung mit technisch ausgefeilten Waffen!
Hier sei besonders der Rektalus 2000 zu erwähnen, welcher einem unserer Gefährten um ein Haar das Augenlicht gekostet hätte!
Ich plädiere aufgrund dieses Vorfalls dafür, dass auch Besen nicht mehr frei verkäuflich sein sollten, sofern sie nicht eine Kindersicherung besitzen und aus Erfindergeist einfach zu Waffen umfunktioniert werden können!
Aber wenn der werte Leser nun denken sollte, dass es das an pubertärem Verhalten gewesen sei, dann irrt dieser!
Eine z.T. äußerst ungünstige Architektur der Duschanlagen des Zeltplatzes machte einige der männlichen Wesen zu regelrechten Profi-Voyeuren !
Der 23.07.2007 ist dann der Tag gewesen an dem wir Geschichte schrieben!
Der Haik der Roverstufe begann!
Regen, unzählige Kilometer (ach nein es waren ja Meilen), Blasen!
Keine Rettung in Sicht, Gevatter Tod klopfte bei einigen schon an die imaginäre Tür!
Es lauerten viele Gefahren auf unserem Weg! So durchquerten wir zu Beispiel das populäre Horney Hill , das moderne Tal des Todes...oder doch eher der Wollust?
Letzen Endes hatte wir keine größeren Verluste zu verbuchen!
Vielleicht den Verstand einer gewissen Dame, die inspiriert durch ihre nassen Kleider , eine grandiose Interpretation des berühmten „sterbenden Schwans“ lieferte. (Ach wie ich Selbstironie liebe , dass musste jetzt einfach mal gesagt werden auch wenn ein gewisser Leiter sich über jenen Kommentar wieder tierisch entrüsten wird! )
Wir wurden zu Neuro-Biologen indem wir das Phänomen einer Übertragung eines epileptischen Anfalls von einer Person auf eine andere entdeckten und Spekulationen über die Entstehung dieses Phänomens anstellten. Unsere Erkenntnis formulierten wir wie folgt:
akutes Johnny-Depp-Syndrom!
Als Verfechterin des Pazifismus muss ich vor der Nachahmung des im folgenden beschriebenen Szenarios warnen! Ein Präventivschlag von Seiten Michaels , der aufgrund seines Zustandes der Angezogenheit klar im Vorteil war, führte zu einem Blitzkrieg zwischen Michael und dem Rest der männlichen Roverschaft!
Die Front: Das Duschhaus!
Die vorwiegend verwendeten Waffen: diverse Vorrichtungen zur Befeuchtung des Gegners.
Einzige Munition: Wasser und vielleicht etwas Speichel.
Weitere blutrünstige Details erspare ich dem seriösen Leser an dieser Stelle.
Auffällig war nur der Sensationstourismus kleiner englischer Jungen.... sei es drum, die haben ja nichts auf der Insel! Wenigstens sind sie zivilisierter als viele andere Affen und bewerfen Urlauber nicht mit Kot. Obwohl unsere Erfahrungen sind wohl kaum zu pauschalisieren! Aber wir wollen hier ja schließlich keine Vorurteile publizieren.
Diesen historisch anmutenden Rahmen, bzw. dessen Nachwellen boten den perfekten Zeitpunkt für das Versprechen einiger unserer Gefährten!
§ 0815 :Details dieses Ereignisses werden intern gehandhabt und sind somit nicht zu veröffentlichen!
Jedenfalls feierten wir feucht fröhlich und da darf eine MARVIN’sche Humba natürlich nicht fehlen, so dachten wir zumindest!
Im Endeffekt hatte diese fixe Idee unangenehme Konsequenzen, denn die zuvor so netten und hilfsbereiten Einheimischen, waren erbost über unseren typisch deutschen und somit typisch lauten Auftritt!
Ade Deutsch-Englische Freundschaft!
Zurück auf dem Zeltplatz wurden wir von weiteren Schlammlawinen und den litauischen Spioninnen in ihren extrem kurzen Hotpants ,begrüßt.
Na toll, wo man hin guckte: Matsch!
Somit kommen wir nun zur Kategorie: Was sonst noch amüsant war!
Dennis entpupte sich als Philosoph (oder Soziologe?) und stellte die sog. 10-Phasen-Theorie auf, welche ganz nach Wissenschaftlermanier uneinsichtig und abstrus um nicht zu sagen schwachsinnig war, da sie lediglich aus drei Phasen bestand und letztlich auf jedes Lebensgebiet anzuwenden sei.
So wurde sie zumindest von den „Studenten“ Prof. Nowaks aufgefasst.
Wir erforschten unsere kindliche Seite bei einem eigens für Jessi ausgerichteten Revival-Kindergeburtstag!
Wir haben unsere Kräfte bei ,unter originalen Bedingungen ausgerichteten ,Highlandgames gemessen....und mussten uns unsere Unsportlichkeit eingestehen!
Die Tatsache, dass unser Zeltplatz vermutlich eine prähistorische Landebahn des nahe gelegenen Flughafens war und lediglich provisorisch zu einem Pfadfinderzeltplatz umfunktioniert wurde, wirkte sich auf den Lautpegel ,während der Landungen auf eben jenem nachbarschaftlichen Flughafen , auch bei uns aus!
Die begleitenden Kommentare bei jedem Flugzeug, geäußert durch Michael machten aus uns allen potentielle Rekruten für die deutsche Luftwaffe! Na dann Gute Nacht Deutschland!
Als Sprachforscher verstanden sich die männlichen Rover indem sie die lange verbreitete englische Vokabel „sparkling“ was zu deutsch angeblich sprudelnd bedeuten sollte, als falsch erkannten und die eigentliche Ausdrucksebene der Kohlensäure im gemeinen Trinkwasser in der englischen Sprache als sprakling (ausgesprochen: spräkling) entdeckten und somit in ihren Sprachgebrauch eingliederten!
Aber wie das Leben so ist , auch das nasseste (ja in diesem Fall ist sogar die Bildung des Superlativs des Wortes nass möglich!) Lager muss einmal ein Ende haben!
Auf der Rückfahrt eine letzte feministische Aktion: Johnny Depp besiegt Mike Meyers !
So verlassen wir die temporäre Hölle, während Johnny Depp sich auf die Suche nach der echten Hölle begibt!
Aber da alles relativ ist, war das Lager eigentlich doch ganz nett!
Chiara Wahl






