Engelbert

Schottlandlager 2000 aus Pfadileitersicht

Nachdem wir schon einmal erfolgreich die nördlichen Gefilde Großbritanniens aufgesucht hatten, verschlug es uns erneut zu einem gemeinsamen Stufenlager der Rover und Pfadis nach Schottland. Natürlich wählten wir auch den selben Zeltplatz, den wir erstens in guter Erinnerung hatten und von dem wir uns absolut sicher sein konnten, dass uns dort nicht die in Schottland berüchtigten Midgies* allabendlich terrorisieren würden.

Es sollte ein schönes Lager werden, aus dem einige Besonderheiten erwähnt werden sollten:

Der Nudelautomat:

Der Nudelautomat auf dem Zeltplatz, strategisch günstig außer Sichtweite der am Platz weilenden Leiter, wurde zum beliebten und vor allem täglichen Treffpunkt der Pfadistufe, somit aber auch erste Anlaufstelle für Leiter, auf der Suche nach Ihren Gruppenkindern. Ich bin mir nicht mal sicher, ob überhaupt jemals irgendeiner von Ihnen die Nudeln probiert hat.

Ich erkläre den Krieg:

Dieses Kinderspiel wurde erst einmal verwendet, um den Spüldienst in der Pfadistufe zu regeln. Der Verlierer bekam somit nicht nur Fußschmerzen sondern auch eine anspruchsvolle Aufgabe im sozialen Gefüge des Sommerunternehmens zugewiesen. Später allerdings trieb das Spiel seltsame Blüten, denn es wurde einerseits bis tief in die Nacht ununterbrochen gespielt und irgendwann mit den seltsamsten Aufgaben für die Verlierer verbunden. So war es immer eine schöne Überraschung, wenn man morgens aufstand und erfuhr, welche Herausforderungen der Tag für einige Teilnehmer noch bereithielt. Herauszuheben wären da Haarefärben und ein Besuch beim lokalen Supermarkt zum einen in Barbie-Gestylter Montur und zum anderen in einem an die Freiheitsstatue erinnernden Aufzug.

Der Hike:

Es wäre auch zu schön, wen n sich mal etwas so durchführen ließe, wie es geplant war. Leider aber verletzte sich einer der Teilnehmer kurz vor dem Hike, so dass dieser im Auto zu den geplanten Stationen der Reise gefahren wurde. Wobei es natürlich auch nicht gänzlich unpraktisch ist, ein Auto dabeizuhaben. Außerdem entstand in eben diesem Wagen das legendäre „Opa Steini**“-Lied, geschrieben von der vollzählig im Laderaum des Transporters versammelten Pfadistufe, während sich im Fahrerbereich die 3 Leiter über die Kreativität Ihrer Gruppenkinder amüsieren konnten und zum wiederholten das Lied von den 3 weißen Tauben auf dem Dach hörten.

Kart-Fahren:

Der Zeltplatz war nicht nur Midgiefreie Zone, er beherbergte auch eine kleine Kart-Gelände-Strecke. Die hier gezeigten Fahrkünste zeigten jedoch, dass es einen Sinn hat, dass der Führerschein erst mit 18 gemacht werden darf.

Tesco:

Der nahe gelegene Supermarkt war nicht nur riesig, er hatte auch 24 Stunden am tag geöffnet. So war es an Aufregung nicht zu überbieten, nachts um 2 einkaufen zu fahren und die meist leeren Gänge zu durchstreifen.

Abschlussfest:

Es hätte ganz nett werden können, wenn der Abend nicht wegen einer Kartoffelpüree-Allergie ein eher unrühmliches Ende gefunden hätte. So fand ein ansonsten gelungenes Lager ein etwas enttäuschendes Ende. Noch schlimmer allerdings wäre es gewesen, hätte unser Versuch, die feuchten Zelte mit dem Gaskocher trocknen zu wollen, nicht so optimal funktioniert.

Timo Wiersch

*Midgies sind kleine Viecher, irgendwo zwischen Fruchtfliegen und Mücken, die nicht stechen sondern beißen und sich immer selbst auf ein Stück Streuselkuchen (was früher mal ein Gesicht war) einladen und noch ein paar tausend Freunde mitbringe.

** Für alle, die es immer schon interessiert hat, wie Daniel Steinfurt zu seinem Spitznamen Opa gekommen ist, dies hat in diesem Lager seinen Ursprung. Wer bei jeder Ballberührung beim Fußball auf sein kaputtes Knie hinweist, darf sich halt nicht wundern.

 

 



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